Presse
20.06.2017, 16:23 Uhr
Gamm: Kraftwerk Wedel endlich abschalten und Wärme aus Moorburg nutzen
In der Presse wurden heute die Planungsunterlagen der Vattenfall Wärme Hamburg GmbH (gehört zu 25,1 % der Stadt Hamburg) bezüglich des Baus einer Fernwärmeleitung veröffentlicht. Diese sehen einen Verlauf zwischen der Müllverbrennungsanlage Rugenberger Damm (MVR) und der Trabrennbahn Bahrenfeld vor. Hier soll die Wärme ins zentrale Wärmenetz eingespeist werden. Die Trasse soll unter Schröders Elbpark ans nördliche Ufer der Elbe führen und über Halbmondweg, Reventlowstraße, Dürerstraße und Ebertallee den Einspeisepunkt an der Trabrennbahn erreichen. Auch stehen derzeit zwei Szenarien für einen Ersatz des alten Kohlekraftwerks in Wedel zur Diskussion. Während in der Nord-Variante verschiedene Wärmeerzeugungsanlagen zusammengeschalten würden, sieht die Süd-Variante eine Leitung mit Wärme aus der MVR sowie aus industrieller Abwärme unter der Elbe vor.

Dazu erklärt Stephan Gamm, energiepolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion: „Das älteste Kohlekraftwerk in Wedel hätte schon 2012 vom Netz gehen können. Doch Bürgermeister Scholz war seit Jahren nicht in der Lage für dieses Problem eine Lösung herbeizuführen. Senator Kerstan fügt sich nahtlos in die Reihe der Untätigen ein. Zugesagte Termine, wann es eine konkrete Entscheidung zum Wedel-Ersatz geben soll, werden ständig gebrochen. Dabei ist die Lösung ganz offensichtlich. Das Kraftwerk Moorburg könnte die benötigte Wärme für hunderttausende Haushalte in Hamburg liefern. Da es sich hierbei um eines der modernsten Kraftwerke Europas handelt, würde sich der Gesamtwirkungsgrad des Kraftwerks Moorburg bei einer optimierten Fernwärmeauskopplung auf über 60% erhöhen. Mit diesem Schritt könnten drei wesentliche Ziele erreicht werden. Erstens könnten die Preise für Wärme in Hamburg so langfristig stabil bleiben. Zweitens könnte die unsinnige Vergeudung von Wärmeenergie durch die Abgabe an die Elbe und die Luft beendet werden. Drittens würde für die Wärmeerzeugung deutlich weniger CO2 ausgestoßen werden als durch das HKW Wedel. Der Anschluss Moorburgs und die Fernwärmeauskopplung könnten Wedel überflüssig machen und einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Klimabilanz in unserer Stadt leisten.“